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Reisebericht

Nachdem wir 1998 unsern bis dahin schönsten Urlaub erlebt hatten, beschlossen wir dieses im August/September 2000 zu wiederholen. Den weisen Strand vor Augen und die Erinnerung an ein sehr sauberes Hotel, hatten wir 14 Tage im RIU Naiboa gebucht. Viele Bekannte, aber auch mehrere Paare aus dem Internet hatten auf Grund unserer Homepage das Hotel gebucht. Die letzten im Februar 2000. Mit einer recht hohen Erwartung reisten wir also ab.

Was wir jedoch vor Ort antrafen, war eine der größten Enttäuschungen, die wir je erlebt hatten. In nur zwei Jahren war aus dem einst so schönen Hotel eine Bruchbude geworden. Aber dazu später mehr.

Unser Abflug mit der Hapag Lloyd ab Hannover verzögerte sich aufgrund eines Hurrikans um etwas 45 Minuten, da keine aktuellen Wetterinfos vorlagen. Der Flug selbst verlief recht turbulent, da wir sehr viele Luftlöcher hatten. Unterdessen informiert uns der Kapitän, das wir evtl. in Puerto Plata landen müßten, da in Punta Cana der Hurrikan zu stark für eine Landung sei. Aber wir hätten noch etwas mehr als drei Stunden Zeit und es könnte sich ja noch ändern. Schließlich entschied sich der Kapitän doch zu Landung in Punta Cana. Diese Landung vergessen wir unser Leben lang nicht. Aufgrund des Hurrikans war der Wind ständig am drehen, was dafür sorgte, das unser Flugzeug immer um den Flughafen kreisen musste. Das wäre ja nicht weiter tragisch, aber dieses in einer Höhe von ca. 200 Meter zu machen, wo wir aus dem Fenster nun wirklich alles sehen konnten, ist schon etwas mulmig. Nach 15 Minuten des Kreisens, legte der Kapitän eine recht harte Landung hin. Draußen war es sehr stürmisch und der Himmel hatte die Schleusen geöffnet. Nach der Zollabfertigung ging es in die Busse, welche uns in die Hotels brachten. Zu dem Zeitpunkt waren wir bereits über 13 Stunden unterwegs ( Bahnfahrt, Flug, usw. ).

Als wir das Hotel erreichten überkam uns ein ungutes Gefühl. Das lag nicht am Essen aus dem Flugzeug, sondern am Zustand des Hotels “ Riu Naiboa “. Es machte einen stark renovierungsbedürftigen Eindruck. Überall an der Fassade war die Rosa Farbe abgeplatzt. Teilweise waren handgroße Brocken aus der Wand gefallen. An der Rezeption angekommen, erkannten wir einige Mitarbeiter wieder, welche vor zwei Jahren bereits im Hotel gearbeitet haben. Da unser Reisebüro “ Quellereisen Goslar “ alle wichtigen Daten bereits per Fax zugesendet hatten, rechneten wir mit einem schnellen Einchecken. Doch weit gefehlt. Die Rezeption hatte keinerlei Unterlagen ausgefüllt. Das ist zwar kein Beinbruch, aber vor zwei Jahren hatten wir ausgefüllte Unterlagen an der Rezeption, sowie einen Willkommenscocktail. Auf unsere Anfrage nach einem Kugelschreiber zum ausfüllen der Formulare, bekamen wir die Antwort, das man keinen hätte und wir uns doch irgendwoher einen besorgen möchten. Also die Koffer in der Rezeption geöffnet und raus mit dem Stift. Nach etwas mehr als einer dreiviertel Stunde Wartezeit, übergab man uns die Zimmerschlüssel mit dem Kommentar, das wir eigentlich keinen Urlaub verdient hätten, da die Angestellten ja auch keinen hätten. Leider was dieses nicht als Scherz gemeint. Wie das zu verstehen war, sollten wir später erfahren.

Unser Zimmer war im dritten Stock zu Poolseite gerichtet, so wie wir es gebucht hatten. Leider konnte man den Raum nicht als Zimmer erkennen. Die Mängelliste war gewaltig:

Das WC war verdreckt ( Bremsspur der Vorgänger ). Die Betten waren nicht frisch bezogen und voller Sand. Auf den einst weisen Lamellen des Wandschrankes waren überall gelbe Flecken, und teilweise war Schimmelpilz aus dem Holz nach außen durchgeplatzt. Das Gleiche war am Nachtschrank vorzufinden, wobei hier noch der Schrank zusammenfiel, als wie die Schublade öffneten. Die Balkontür ließ sich nicht öffnen und der Fußboden im Zimmer klebte sehr stark. Weder die Minibar, noch die Zapfstelle für den Alkohol waren brauchbar ( verklebt und leer ). Kurz darauf klingelte das Telefon. Die Rezeption erkundigte sich, ob alles in Ordnung sei mit dem Zimmer. Wir verneinten dieses ausdrücklich, und baten den guten Mann doch ins Zimmer zu kommen. Erst nach der dritten Aufforderung kam dieser dem nach, da er uns nicht verstehen wollte. Wir zeigten ihm den Saustall und machten ihn deutlich darauf aufmerksam, das wir ein vier Sterne Hotel der RIU Kette gebucht hatten und doch ein sauberes Zimmer mit Poolblick zu erwarten hätten. Da wir nun über 14 Stunden auf Reise waren, wollten wir uns doch endlich frisch machen und ein vernünftiges Zimmer bekommen. Das Hotel war aber angeblich ausgebucht und so gab es dort Schwierigkeiten. Wir sollten  kein Zimmer bekommen und in diesem wollten wir nicht bleiben. Also machten wir den guten Mann auf die RIU Garantie aufmerksam, welche besagt, das wenn Mängel nicht innerhalb von 24 Stunden behoben werden können, der Gast mit dem nächsten Flugzeug abreisen kann und in Deutschland 100% des Reisepreises erstattet bekommt, sowie einen kostenfreien Aufenthalt im gleichwertigen Hotel. Nun wurde er ungemein Aktiv. Er war hektisch am Telefonieren, mit dem Ergebnis das wir ein neues Zimmer im vierten Stock erhielten.

Als wir dort eintrafen war ein kompletter Reinigungstrupp bereits vor Ort. Das Zimmer wurde auf Vordermann gebracht und die Bar aufgefüllt. Ziemlich sauer zog der Typ von der Rezeption ab. Da draußen immer noch der Hurrikan tobte, richteten wir uns ein und wollten anschließend zum Abendessen in den Speisesaal. Leider hatte man dort keinen Tisch frei und bat uns doch morgen wieder zu kommen. Dann würden wir einen Tisch für den Urlaub erhalten. Nun gut Hungern muß dort keiner, aber schade war es schon. An der Poolbar bekamen wir dann doch noch einen Snack und gingen früh zu Bett. Um das ganze etwas abzukürzen. Die nächsten zwei Tage bekamen wir immer noch keinen Tisch und als wir unter freien Himmel essen sollten, begleitet von einem immer noch kräftigen Hurrikan, platzte uns der Kragen. Eine Beschwerde bei der TUI Reiseleitung sollte baldige Abhilfe schaffen und wir bekamen am vierten Abend endlich einen Tisch. Die TUI überreichte uns einen Reisegutschein über 500 DM. Als erste Minderung. Als wir dann auch noch Flöhe in der Matratze hatten und somit nicht schlafen konnten, war es dann ganz vorbei. Nach fünf tagen war der Hurrikan endlich vorbei und die Laune der Gäste besserte sich. Man versuchte ein Strandleben zu führen, was auch nicht gerade einfach war, da es zu wenig Liegen gab. Bei der Begrüßung durch die TUI, gewannen wir dann noch die Reise “ Saona Adventure”. Mit unserem Reisebetreuer der TUI waren wir mittlerweile per DU, was mit unserem täglichem Auftreten im TUI Reisecenter zusammenhing. Die Flöhe konnte man auch in der kommenden Woche nicht bekämpfen, obwohl das Hotel es mehrfach versuchte. Als wir uns am aufgeplatzten Fußboden im Pool noch eine Verletzung zuzogen, welche sich noch entzündete, war die Urlaubsfreude restlos vorbei. Einige schlecht organisierte Ausflüge taten ihr übriges hierzu. Alles aufzuzählen wäre zuviel. Jedoch wollte die Hoteldirektorin 250 DM von uns wieder haben. Das mußte Sie wohl dazugeben. Das Personal war deshalb so gereizt, da sich wohl diese Art von Beschwerden häuften.

In Deutschland angekommen, reichten wir eine ausführliche Beschwerde bei der TUI nach und unser Reisebüro setzte noch eins drauf und schrieb der RIU Kette in Spanien. Nach etwa acht Wochen Bearbeitung, teilte man uns mit, das die TUI uns nichts mehr erstatten möchte, aber der RIU es sehr unangenehm sei und man uns deshalb für eine Woche in ein 4 Sterne Hotel einladen möchte mit HP oder All inklusive. Da wir uns das RIU Hotel in Jamaika ausgesucht haben, entspricht das einer Reisepreiserstattung von immerhin 78%, obwohl der Flug nicht mit bei ist.

Fazit :

Der Zustand des RIU Naiboa ist eine Ausnahmen. Alle anderen RIU Hotels ( TAINO, MELAO, BAMBU, PALACE MACAO ) sind in einem erstklassigem Zustand. Wir hoffen, das man das RIU Naiboa schnellst möglich Renoviert, damit es in seinem altem Glanz erstrahlt. Bis auf weiteres, raten wir dringend davon ab, das Riu Naiboa zu buchen. Die Direktorin wollte uns Informieren, sobald das Naiboa renoviert ist. Leider entwickelt sich Punta Cana zu einem neuen Massen und Billigtourismus. Der Bau eines neuen Flughafen sowie viele neue Hotels ( unter anderem ein Robinson Club mit über 2000 Betten ) tun ihr übriges dazu. Jeder sollte sich im klaren sein, das die Pauschalangebote wie 14 Tage AI für unter 2000 DM nichts taugen können, da der Flug schon bei 1200 DM liegt und die Reiseveranstalter auch noch was verdienen wollen.

Dieser Bericht soll unter anderem Zeigen, das man als Gast durchaus Rechte hat. Wir sind mit Sicherheit keine Erbsenzähler, aber was zu viel ist ist zu viel. Jeder sollte von seinem Recht auf ein sauberes Hotel Gebrauch machen. Egal wieviel Sterne es nun hat. Wichtig ist, das Ihr jede Beschwerde von der Reisebetreung des Veranstalters vor Ort unterschreiben lasst. Behaltet das Original und achtet darauf, das im Kleingedruckten nicht steht, das Ihr damit keine weiteren Ansprüche habt. Die Erfahrung hat gezeigt, das man durch ein sachliches und ruhiges Auftreten mehr erreichen kann, als durch lautstarkes Auftreten. Wäre ein anderes RIU Hotel frei gewesen, so wären wir umgezogen, aber für die letzten drei Tage hat das nicht mehr gelohnt.

Gerne könnt Ihr Kommentare in unserer Diskussionsecke oder im Gästebuch lassen. Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht.